Info Einsatzfahrten

Einsatzfahrten mit Blaulicht und Wechselklanghorn 

Mit dem Aufkommen der ersten Fahrzeuge wie Handkarren oder Pferdefuhrwerke in der Feuerwehr kamen auch die akustischen Signale dazu. Mit lautem Rufen, Glocken oder Hörnern wurde angekündigt: „Platz da, die Feuerwehr kommt!“ An diesem Prinzip hat sich bis heute nur die Technik geändert. Auch heutzutage gilt noch, dass Fahrzeugen die mit eingeschaltetem Blaulicht und Horn unterwegs sind, sofort die Strasse freizugeben und der Vortritt zu gewähren ist. Doch sollte die Heimberger Bevölkerung mehr über die dringenden Einsatzfahrten wissen….

Warum auch in der Nacht mit Blaulicht und Horn? 
„Nachts will ich meine Ruhe – da können die ihre Sirene ruhig abschalten!“ Fühlen Sie sich auch gestört, wenn Sie nachts durch ein Wechselklanghorn geweckt werden? Wir können es verstehen. Doch leider dürfen die Fahrer unserer Fahrzeuge darauf keine Rücksicht nehmen wenn es darum geht, schnell auszurücken um Menschenleben zu retten oder Sachwerte zu erhalten. Anlässlich des Feuerwehr-Stabsrapportes vom 15. Oktober hat uns die Kantonspolizei Bern in einem Infoblock über das Fahren mit Blaulicht und Wechselklanghorn informiert. Das Einschalten von Blaulicht und Wechselklanghorn ist keine freiwillige Angelegenheit, sondern es ist gesetzlich vorgeschrieben (Art. 27 Abs. 2 SVG, Art. 16 VRV, Merkblatt UVEK vom 6.6.2005). Bei Notfallfahrten ist ein Einsatzfahrzeug nur vortrittsberechtigt mit Blaulicht und Wechselklanghorn. Sie sind frühzeitig einzuschalten, damit die übrigen Strassenbenützer rechtzeitig gewarnt werden können und genügend Zeit haben, dem vortrittsberechtigten Fahrzeug Platz zu machen. Bei nächtlichen Einsatzfahrten darf das Blaulicht so lange ohne Wechselklanghorn betätigt werden, als der Fahrzeugführer ohne wesentliche Abweichung von den Verkehrsregeln und insbesondere ohne Beanspruchung eines besonderen Vortritts rasch vorankommt. In diesem Fall besteht jedoch kein besonderes Vortrittsrecht und der Einsatzfahrer hat sich – wie jeder andere Verkehrsteilnehmer auch – an die Vorschriften des Strassenverkehrsgesetzes (SVG) zu halten. Denn wussten Sie, dass bei Einsatzfahrten ohne Wechselklanghorn bei einer Geschwindigkeit von 51 km/h bei erlaubten 30 km/h eine mittelschwere Widerhandlung begangen wird und der Führerausweis mindestens 1 Monat entzogen wird (ab 55 km/h sind es Mindestens 3 Monate)! Würden Sie dieses Risiko eingehen? In unserem Gemeindegebiet (mit den vermehrt temporeduzierten Strassen und mit vielen Rechtsvortritten) sind diese Abweichungen quasi praktisch bei jeder Einsatzfahrt gegeben.
Dies ist keine willkürliche Regelung um die Bevölkerung zu ärgern. Ganz im Gegenteil: Es soll vor allem Sie als Verkehrsteilnehmer schützen. Die frühzeitige Ankündigung des Fahrzeugs soll jedem die Möglichkeit geben, rechtzeitig zu reagieren und so gefährliche Fahrmanöver oder gar Unfälle zu vermeiden. Das gilt während dem Tag ebenso wie während der Nacht, wenn scheinbar niemand unterwegs ist. Denn, rechnen Sie nachts um drei Uhr mit einem tonnenschweren Einsatzfahrzeug, das mit erhöhter Geschwindigkeit zu einem Unfall oder Brand unterwegs ist?

Vielleicht haben Sie auch etwas Verständnis, wenn Sie darüber nachdenken: 
Sie können sich bequem im Bett wieder umdrehen und weiterschlafen. Die Feuerwehrleute, die bis vor wenigen Minuten auch noch in ihren Betten lagen, haben dazu vielleicht in den nächsten Stunden keine Gelegenheit mehr und müssen am nächsten Morgen genauso zur Arbeit, wie Sie auch. Und wenn Sie einmal die Hilfe der Feuerwehr brauchen, sind Sie sicherlich für einen schnellen Einsatz dankbar. Dann wäre es Ihnen sicher auch recht, wenn jemand anderes durch die ausrückende Feuerwehr geweckt wird! Wie beim Ruf an den heiligen Sankt Florian: 

Heiliger Sankt Florian,
verschon unsre Häuser
und zünd andere an!

GESETZLICHE GRUNDLAGE

Merkblatt UVEK vom 6. Juni 2005:
Weisung UVEK Blaulicht und Wechselklanghorn [29 KB]

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